Aus der Baugeschichte

Da das Grundstück, auf dem sich die Villa befindet, bis ins 19. Jahrhundert vor den Stadtmauern von Geringswalde lag, wurde die Fläche von 1615 bis 1817 als Friedhof genutzt.

1895, also rund 70 Jahre später erwirbt der Möbelstofffabrikant Hermann Wilhelm Hoyer das Grundstück und stellt sogleich beim Stadtrat einen Antrag zum Bau einer Villa nach den Entwürfen des Geringswalder Architekten H. Chors.

Anfang Dezember 1895 reicht der Bauherr einen leicht veränderten Entwurf des Chemnitzer Architekten Paul Eulitz nach. In diesem Entwurf ist anstelle eines hölzernen Vorhauses nun eines aus Stein vorgesehen, statt Rund- und Korbbogenfenstern sollen nun eckige Fenster verwendet werden. Auch die Giebelspieße wurden verlängert.

Schon am 31.12.1895 wird der Bauantrag von der Königlichen Amtshauptmannschaft Hainichen genehmigt und bereits im Juli und September 1896 wird das Gebäude für die Brandversicherung angemeldet. Im Catastrationsprotokoll wird dabei ein „Neubauwert einschließlich Mauerwerk und sonst. unverbrennbarer Theile“ von 31.580 Mark geschätzt. Ins heutige Währungssystem übertragen, entspricht dies in etwa 265.000 Euro. Zum Vergleich: um 1900 kostete ein Stuhl 3 Mark und 75 Pfennige, der Monatslohn eines Hafenarbeiters in Hamburg betrug etwa 60 Mark und 1 Liter Bier kostete 24 Pfennige.

1911 hält die Moderne Einzug in die Villa: Hoyer zeigt dem Geringswalder Bürgermeister den Einbau von „Wasserleitung mit Badeeinrichtung und elektrische[r] Lichtanlage mit Zähler und Beleuchtungskörpern“ zur Anmeldung bei der Brandversicherung an.

1928 wird der Umbau des Vorhauses genehmigt: Anstelle des vorhanden Fachwerks wird eine Massivdecke vom Geringswalder „gepr. Maurermeister Gustav Schuppan“ eingezogen.

1934 stellt Hoyer einen Antrag für die Errichtung eines Nebengebäudes auf dem Gelände der Villa. Auf seinen Antrag hin bekommt Hoyer am 14.11.1934 vom Polizeiamt die Bedingungen für die Nutzung des „neu errichtete[n] Schuppens ab Dezember dieses Jahres als Kraftwagenhalle“ mitgeteilt – nach einer Überprüfung durch den Polizei-Oberwachtmeister Hammel wird die Nutzung als Garage dann auch genehmigt.